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23. Februar 2012
 

Der Alte

 
Walter Kreye. Quelle: ZDF,Michael Marhoffer

Geduldig und neugierig

Walter Kreye im Interview

Wachwechsel in der Münchner Mordkommission: Nach über 20 Dienstjahren räumt Leo Kress seinen Schreibtisch und macht Platz für seinen Nachfolger, Hauptkommissar Rolf Herzog - gespielt von Walter Kreye. Im Interview spricht der Schauspieler über seine Liebe fürs Krimigenre, den bevorstehenden neuen Ruhm und seinen Wunsch, eine Currywurst in Ruhe essen zu können.

 
 
 
 

ZDF: Herr Kreye, als der "neue" Alte treten Sie ein großes Erbe Ihrer beiden Vorgänger an. Was bedeutet das für Sie persönlich, und wie begegnen Sie dieser Herausforderung?

 

Walter Kreye: Ach, ist das ein großes Erbe? Das belastet mich nicht!

Zitat

„Es reizte mich, ein sehr 'eingefahrenes' Format neu zu gestalten.“

Walter Kreye

ZDF: Was genau reizte Sie persönlich an der Rolle des "Alten", was hat Ihr Interesse daran geweckt und Sie dazu bewogen, den Part des Hauptkommissars zu übernehmen?

Kreye: Ich denke, es reizte mich, ein sehr "eingefahrenes" Format neu zu gestalten - oder zu sehen, wie weit das überhaupt möglich ist.

 

ZDF: Haben Sie sich auf diese Rolle speziell vorbereitet oder kamen Ihnen da Ihre Erfahrungen aus der Reihe "K3-Kripo Hamburg" zu Gute?

 

Kreye: Ich habe schon so viele Kommissare gespielt - die Vorbereitung besteht für mich in der Frische der Begegnung.

 

ZDF: In der Vergangenheit spielten Sie bereits mehrfach in TV-Krimiserien wie zum Beispiel "Ein Fall für zwei", "Der Fahnder" oder "Tatort". Welche Parallelen oder Unterschiede gibt es für Sie zwischen der Rolle des "Alten" und Ihrer bisherigen Arbeit im Krimi-Genre?

 

Kreye: Nicht zu vergessen meine Rolle in "Auf eigene Gefahr"! Bei "Der Alte" bin ich eingebunden in einen Kreis von Mitarbeitern: Drei sind schon da, mit mir, könnte man sagen, ist das vierblättrige Kleeblatt jetzt komplett.

 

ZDF: Mit Michael Ande, Pierre Sanoussi-Bliss und Markus Böttcher übernehmen Sie die Leitung eines eingespielten Ermittlerteams. Wie haben die Kollegen bei den Dreharbeiten ihren neuen "Chef" aufgenommen, und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

 

Kreye: Ich wurde gut aufgenommen, aber von jedem Kollegen ganz unterschiedlich. Klar, jeder hat seine speziellen Vorstellungen, vielleicht sogar Ängste.

 

ZDF: Siegfried Lowitz verkörperte in 100, Rolf Schimpf in über 200 Folgen den "Alten" - jeder auf seine ganz persönliche Weise. Verraten Sie uns, welches typische Gesicht Sie dieser legendären Serienfigur verleihen werden?

 

Kreye: Das Gesicht von Walter Kreye! Beachten Sie bitte, ich habe den Sendetitel schon in meinem Namen! W - ALTE - R.

Zitat

„Er hat Geduld, kann gut zuhören und ist neugierig.“

Walter Kreye über Rolf Herzog

ZDF: Was sind die markantesten Charaktereigenschaften von Hauptkommissar Herzog?

Kreye: Hauptkommissar Rolf Herzog hat Geduld, kann gut zuhören und ist neugierig.

 

ZDF: Und sind das auch Eigenschaften, die der Schauspieler Walter Kreye hat?

 

Kreye: Das hoffe ich.

 

ZDF: Ihre schauspielerischen Wurzeln liegen ja beim Theater, aber Ihre zahlreichen Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen waren es, die Sie zu einem der renommiertesten Darsteller Deutschlands machten. Durch den "Alten" werden Sie voraussichtlich auch in mehr als hundert anderen Ländern bekannt. Ist das eine Vorstellung, die Ihnen gefällt?

 

Kreye: Nein, diese Vorstellung erschreckt mich eher! Ich habe meine Currywurst immer gerne in Ruhe gegessen.

Zitat

„Ich habe der Bühne nicht endgültig den Rücken gekehrt. “

Walter Kreye über das Theater

ZDF: Wofür schlägt Ihr Herz denn mehr - für das Theater oder für das Fernsehen? Oder haben Sie durch Ihren Einstieg bei "Der Alte" dem Theater endgültig den Rücken gekehrt?

Kreye: Mein Herz schlägt für beides. Vor der Kamera stehen oder auf der Bühne, alles hat seinen eigenen, besonderen Reiz. Und nein, ich habe der Bühne nicht endgültig den Rücken gekehrt.

 

ZDF: Gibt es eine Rolle, die Sie gerne einmal spielen würden und die man Ihnen noch niemals angeboten hat?

 

Kreye: Ich würde sehr gerne einmal den Higgins in "My fair Lady" geben und den Arzt Astrow in "Onkel Wanja" von Anton Tschechow.

 

ZDF: Herr Kreye, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 
 
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